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Der SCU im Reich der Zaren - Volume III PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 24. Februar 2009

Image Ein Koffer reist durch die Welt !

Samstag, 14.2.2009 - Tag 3 unserer Russlandexpidition, es sollte ein ereignisreicher Tag werden... !

Bereits am frühen Morgen gegen 9.00 Uhr (also nur kurz nach dem Ende des vorangegangenen Wodka-Abends im Hotel) machten wir uns per U-Bahn von unserem Hotel auf den Weg in Richtung Innenstadt. Wer dies mit einer gemütlichen Fahrt der Straßenbahn 44 von Linn nach Hüls vergleicht, wird schnell auf den Boden der Tatsachen bezüglich der Dimensionen in Moskau zurückgeholt. Zunächst einmal ist es aufgrund der kyrillischen Buchstaben praktisch unmöglich auch nur annährend eine Fahrtichtung, geschweige denn die richtige Zielstation zu bestimmen. Nur durch die Mithilfe unseres "Führers" Vadim (vorsicht mit diesem Begriff) schafften wir es uns im Dschungel des Wirrwarrs von fast 200 Stationen zurechtzufinden. Wobei sich dies ein wenig übertrieben anhört, denn eigentlich sind wir nur den Weg von unserem Hotel bis zum Roten Platz gependelt. Aber schon dabei lief einigen der kalte Schweiss über die Stirn, bei der Vorstellung evtl. den Anschluss an die Gruppe bei unseren Besichtigungen zu verlieren. Anweisung an alle: Die U-Bahn-Station unseres Hotels hat an an der 6. Stelle einen Buchstaben, der aussieht wie ein umgedrehtes "E". Sicherlich findet man dabei jederzeit alleine zurück, vor allem da scheinbar maximal nur gefühlte drei Bewohner der 20 Millionen Moskowiter ansatzweise Englisch spricht. Da wird es sicherlich kein Problem sein einen usbekischen LKW-Fahrer nach dem richtigen Weg zu fragen... :-)

Image Egal, irgendwie bleiben wir schon zusammen. Zunächst machten wir uns einmal auf den Weg um die Sehenswürdigkeiten bei Tageslicht zu betrachten, welche wir am Donnerstag Abend bereits bei Nacht auf unserer Bustour erleben durften. Also das übliche Touristenprogramm: Roter Platz, Kreml, Gum, Basilikukathedrale - netterweise haben das die russischen Zaren bereits vor einigen Jahrhunderten weitsichtig und touristenfreundlich zentral aufgebaut. Nachdem wir ohne Fremdenführer ein Kremlmuseum besucht hatten-die Leistung unserer teaminternenen, mit Kassettenrekordern bewaffneten Guides liess sehr zu wünschen übrig- machten wir uns auf den Weg zurück Richtung Gum, einem Komsumpalast nach westeuropäischem Vorbild, aber russischer Ausprägung. Was die zu bedeuten hat kann man am besten mit dem Kleidergeschmack einer demographischen Durchschnittsrussin (ich sage bewußt nicht "Schlampe") vergleichen - alles ein wenig zu bunt, zu viel Glitter, zu viel Schminke und natürlich mit 9er-Eisen unter den Füßen, die bei jedem Orthopäden Albträume hervorrufen. Übersetzt auf ein Kaufhaus wie das Gum heißt das: Marmor, Glas und Gold scheinen bei Kaufhäusern in Moskau die einzigen verfügbaren Baumaterialien zu sein, und außer Prada, Gucci und D&G darf keiner hier einen Store eröffnen. Berry überlegte kurzfristig noch seine Michi für eine kleine Shopping-Tour nachzuholen... aber wir konnten ihn doch noch gerade zurückhalten.

Als nachträgliches Highlight der Tour sollte sich dann aber sowieso eine Koffer-Verwechslungsklamotte nach alter  "Didi-Hallervorden-Manier" darstellen. Als am Freitag Morgen unser vereinseigener Sprücheklopfer Andre E. mit den gleichen Klamotten wie am Vortag auftauchte ahnte noch niemand böses... und viele glaubten noch an einen der vielen Witze, die er im "Fips-Asmussen-Tempo" raushaute. Kaum jemand glaubte an eine angebliche und sehr dubiose Verwechslung auf dem Gepäckband, doch er sollte das erste Mal in seinem Leben wirklich einen wahren Satz ausgesprochen haben. Als er am Samstag Morgen mit einem Koffer unter dem Arm und dem geschenkten T-Shirt des falschen Kasatonov, sonst aber mit gleicher Unterwäsche und fehlendem Hygieneprogramm Richtung U-Bahn trottelte, waren auch die letzten Zweifel bestätigt. Niemand ist so dämlich und marschiert über 5 Stunden durch das verschneite Moskau mit einem fremden Koffer, nur um seine Teamkollegen zu verarschen - selbst Andre nicht. Nach kurzer Aufklärung durch seinen Pressesprecher Robert stellte sich heraus, dass gegen 13 Uhr ein Kofferaustausch am Moskauer Flughafen stattfinden sollte. Über 6 Zeitzonen, den Ural, Zwischenstation Laurence und einigen hundert Euro Telefonrechnung (natürlich auf Kosten von Rob) sollte er endlich seinen eigenen Koffer bekommen. Merkwürdigerweise setzte er sich um 12.15 Uhr (also 45 Minuten vor dem vermeintlichen Austausch) in aller Seelenruhe zusammen mit seinem Koffer in ein Cafe nahe des Gum, und belästigte sein Umfeld mit beleidigenden Sprüchen. Auf die freundliche Anfrage von Bodo, dass er doch um 13 Uhr am Flughafen sein müsse (Fahrtzeit ca. 2 Stunden bei Schnee und Stau) entgegente er dann völlig überrascht: "Was erzählst Du das denn mir ?" - Ein Satz den man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte - angesichts der Umstände-, was den ein oder anderen Mitreisenden dann auch zu einem cholerischen Anfall provozierte.... :-)

Image Nachdem wir ca. 4 Stunden Besichtigungsprogramm (mit zwischenzeitlichem KGB-Übergriff auf die Digicam von Josef wegen geheimdinstlicher Aktivitäten - er hatte doch tatsächlich ein Foto der Kreml-Mauer gemacht) überfiel uns alle dann plötzlich der kleine Hunger. Mangels Alternativen und wegen des Schneetreibens wagten wir uns in einen dieser kulinarischen Tempel, vor deren Preisniveau uns einige Daheimgebliebene so explizit gewarnt hatten (schöne Grüße an Silli und Heinz). Wir wagten es ganze 50 m vom Kreml -sozusagen also im Auge des Touristennepps- mit einigen Leuten ein italienisches Restaurant zu besuchen (die anderen bevorzugten die direkt danebenliegende amerikanische Variante mit den beiden gelben Bögen). Sicherlich ein gewagtes Unterfangen in einer Stadt, die zu den teuersten Plätzen der Welt gezählt wird. Aber zumindest einmal auf dieser Tour wollten wir auf Augenhöhe mit Abramowitsch, Putin & Co. in Saus und Braus leben. Einmal in den Fängen der Gelüste konnten wir dann auch nicht widerstehen, und suhlten uns im Prunk und Protz der russsichen Öl- und Gasoligarchen. Wir traten bescheiden auf (westliches Understatement) und versorgten uns mit jeweils mit einer Pizza, einem großen Teller von der Salatbar sowie 0,5 Liter Cola. An der Kasse zahlten wir dann natürlich die Zesche für unser kulinarische Orgie - 40 € - .... allerdings für insgesamt 6 Personen !

Teil IV folgt in wenigen Tagen. 

 
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